Fujifilm F550EXR Test – Mein Fazit

So, nachdem ich die Kamera nun seit mehr als 5 Monaten in meinem Besitz habe und mit ihr bereits eine Reise nach Singapur, eine Reise nach Finnland und alle möglichen Events und sonstigen Städtereisen mit gemacht habe, dachte ich mir, dass heute der perfekte Zeitpunkt für ein kleines Resumée ist.

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Vorab möchte ich mal kurz zusammenfassen, was ich mir vor dem Kauf von der Kamera versprochen habe, und natürlich aus welchen Gründen ich mich am Ende für diese Kamera entschieden habe. Als allererstes auf der Liste der Wünsche, stand eine Kamera welche Kompakt ist. Ich wollte nie eine große, klobige Kamera, für die ich eine eigene Tasche mitschleppen muss, sondern etwas kompaktes für die Hosentasche. Die zukünftige Kamera sollte einen großen Zoom haben und in Testberichten mit guter Bildqualität überzeugen. Nachdem zum damaligen Zeitpunkt die ersten Kameras mit GPS auf den Markt kamen und ich ein Fan von solchen Gimmicks bin, sollte auch dieses mit dazu. Nachdem ich auch recht viel Unterwegs bin, fand ich nämlich den Gedanken ganz toll, im Nachhinein – auch noch nach Jahren – genau nachvollziehen zu können wo ich da war. Als letztes kam natürlich noch die Möglichkeit FullHD Videos zu machen, wobei ich nach wie vor der Meinung bin, dass man sich für anständige Videos wirklich besser einen Camcorder holt.
Mit diesen Eckdaten habe ich damals den Markt beobachtet und mich am Ende aus einer Reihe von Kameras für die Fujifilm F550EXR entschieden. Sie bot all diese Optionen plus ein paar toll klingender Features wie Panorama Modus, Slow Motion Video und natürlich den EXR Sensor, welcher durch die Kombination benachbarter Pixel bei halber Auflösung deutlich mehr Dynamik, deutlich weniger Verwacklung oder einfach bessere LowLight Bilder machen sollte.

Soviel zu den Wünschen und Vorstellungen, kommen wir nun zu den tatsächlichen Resultaten.

Gehäuse und Abmessungen

Die F550EXR ist eine äußerst Kompakte Kamera in einem sehr Robusten und – meiner Meinung nach – wunderschönen Gehäuse. Das Gehäuse besteht großteils aus Metall und liegt ausgezeichnet in der Hand. Die Abmessungen sind ausreichend klein um die Kamera in die Hosentasche stecken zu können. Das Objektiv ist gut geschützt und die Bedienelemente sind während der Bedienung perfekt erreichbar. Das Wählrad auf der Oberseite ist leichtgängig und rastet sicher ein. Leider allerdings, verwischt die Beschriftung bereits nach nur 5 Monaten. 🙁
Ein Streitpunkt, nach dem was ich so lese, ist der Blitz, welcher oben links beim Einschalten der Kamera immer mit aus klappt, woran sich einige Käufer stören. Ich im Gegensatz bin davon begeistert, denn bei meiner alten Kamera habe ich immer ewig im Menü gesucht um den Blitz ein oder aus zu schalten. Hier drücke ich ihn einfach hinunter wenn ich ihn nicht brauche oder lass ihn draußen wenn nötig.

Bedienung

Was die Bedienelemente angeht, ist die F550EXR super ordentlich. Alles ist irgendwie am richtigen Platz und leicht bedienbar. Die Kamera bietet neben den herkömmlichen Scene und Automatik Modi, welche in der Kompaktklasse typisch sind, auch noch einen Manuellen Modus sowie Blenden und Zeitvorwahl, welche normalerweise nur bei digitialen Spiegeleflexkameras zu finden sind. Auch das Menü finde ich angenehm übersichtlich und sortiert. Was mir an der Bedienung jedoch nicht gut gefallen hat ist, dass es für ein und die selbe Situation mehrere vordefinierte Einstellungen gibt, deren Unterschiede nicht klar hervorgehen. So kann man bei schlechtem Licht mittels Scene Modus ein Foto bei Nacht oder Party oder Kerzenlicht schießen, oder aber unter Advanced den Pro LowLight Modus wählen oder unter EXR den SR Modus für Aufnahmen in schlechtem Licht verwenden. Zu allem Überfluß läßt sich dann noch im Menü die Option ‘Pro Low Light’ global aktivieren. Ich denke es ist klar was ich meine.

Zoom

Der Zoom ist einfach nur fantastisch. Ein 16-Fach optischer Zoom, welche Kamera hat das schon? So manches Motiv konnte nur dank des Zooms geschossen werden, und auch die Bildstabilisierung, welche bei so einem Zoom natürlich immens wichtig ist, läßt einen nicht im Stich. Positiv an zu merken ist ausserdem, dass das Objektiv nicht gleich 10 Meter raus fährt, sondern trotz des hohen Zoomfaktors doch recht klein bleibt.

Bildqualität und Optik

Bild mit leichter Eckenunschärfe

In kaum einem anderen Bereich ließt man zu ein und dem selben Produkt die unterschiedlichsten Meinungen. Bildqualität läßt sich vielleicht messen, hat aber auch sehr viel mit dem persönlichen Empfinden zu tun. Mein persönliches Empfinden bei der F550EXR ist, dass sie eine für Ihre Größe und für die Größe ihres Sensors wirklich gute Bildqualität hat. Sprich: Ich bin voll und ganz zufrieden. Der Dynamik Umfang wird durch die EXR Funktion tatsächlich etwas verbessert, wenn auch nicht so viel wie einem die Werbung glauben machen will. Die Unterstützung bei Aufnahmen bei schlechter Beleuchtung finde ich exzellent und auch im ganz Normalen Modus kann die Bildqualität überzeugen. ABER:Lleider hat die F550EXR angeblichh ein Chargenproblem bei der Justierung des Objektivs. Dies zeigt sich dadurch, dass etliche Leute im Netz über Rand- und Eckenunschärfen klagen.

 

Massive Randunschärfe links

Massive Randunschärfe links

Die gängige Theorie ist, dass dieses Problem bei manchen Kameras einfach dadurch auftritt, dass eben von Anfang an eine Fehljustierung vorhanden ist. Wenn ich mir die Bilder meiner Kamera ansehe, scheint diese Fehljustierung in meinem Fall zwar auch vorhanden zu sein, aber nur unter bestimmten Konstellationen aus Brennweite, Licht etc. auf zu treten.

 

 

 

 

Videofunktion

Ich sagte weiter oben bereits, dass ich die Meinung vertrete, dass Menschen die Videos drehen wollen besser mit einem Camcorder beraten sind. Dies bezieht sich jedoch keineswegs auf die Videoqualität dieser Kamera, sondern ich bin generell der Meinung, unabhängig welche Kompaktkamera es betrifft. Dementsprechend habe ich natürlich nicht all zu viele Videos gemacht. Bei denen, die ich gedreht habe konnte ich fest stellen, dass die Kamera bei Änderung der Brennweite ( sprich Zoom ein und ausfahren ) relativ leicht den Focus verliert. Dieses Problem wird auch im Internet oft diskutiert. Eine Lösung scheint zu sein, nach er Änderung der Brennweite während der Videoaufnahme ein Foto zu schießen – Ja, das geht tatsächlich!

httpv://www.youtube.com/watch?v=ra_Iiy1-xxw&feature=player_embedded

Das größte Manko jedoch zeigt sich bei Videos in schlechtem Umgebungslicht. Diese sind nahezu unbrauchbar, da zumindest in Full HD das Video fast schwarz ist. Hier zeigt die Kamera einen direkten Widerspruch zur Werbung, in der es hieß dass genau die Videofähigkeit bei schlechtem Licht deutlich besser seien soll. Eine Anfrage bei Fujifilm Deutschland verwies mich an den Fujifilm International Technical Support. Dieser hat leider auf keine meiner wiederholten 4? oder 5? Emails geantwortet, was ich sehr enttäuschend finde.

 

GPS

Kurz gesagt: Unbrauchbar. Mal findet es die richtigen Koordinaten, wenn man die Kamera 10-20 Minuten eingeschaltet läßt. Sobald sie die Koordinaten einmal hat und man sich nicht groß vom Fleck bewegt, braucht sie bei jedem erneuten einschalten erneut einige Minuten um die Location erneut fest zu legen. Bis dahin kommen meist Bilder ohne sämtliche Koordinaten oder aber mit falschen ( 20 KM entfernten ) Koordinaten heraus.

Service und Support

Seitdem ich die Kamera habe sind 2 Firmware Updates raus gekommen. Seit dem letzten ist allerdings Ruhe eingekehrt und ich erwarte inzwischen auch keine mehr. Gefreut hätte ich mich dennoch, da es ja tatsächlich zum einen das Videoproblem und zum anderen das Problem mit dem GPS gibt, wie eben. Was den Support angeht, so bekam ich auf meine Technische Problemmeldung bezüglich der Videos bei dunklem Licht leider keine Rückmeldung, trotz wiederholter Versuche. Bezüglich der Auflösungserscheinungen der Drehrad-Beschriftung wurde mir nur kurz eine Adresse zum einschicken angegeben und ich solle eine Fehlerbeschreibung beilegen. Grad in erstem Punkt hätte ich mir wirklich mehr erwartet.

Sonstige Features

Die Panoramafunktion arbeitet einwandfrei. Man kann in jede beliebige Richtung und in unterschiedlichen Winkeln bis zu 360 Grad aufnehmen.

Finnland Raws080.jpg

Der Pro Focus Modus, welcher den Hintergrund unscharf machen soll, ist leider auch eher unbrauchbar. Die paar Bilder die damit gut wurden, wiegen auf keinen Fall die vielen Bilder auf, welche ich mir damit versaut habe. Mal sind Teile der Zielperson ebenso unscharf, Häufig ist der Hintergrund nur auf einer von beiden Seiten unscharf.

Mit den Scene Presets habe ich bislang noch nicht gearbeitet und kann daher keine Aussage treffen.

Der EXR Automatikmodus, welcher automatisch die Art des Motivs erkennen soll, funktioniert häufig gut, liegt aber auch öfters mal daneben. Im endeffekt habe ich meist mit den Modi Av, Tv oder aber mit manuell eingestellten EXR Modi gearbeitet.

Slow Motion Video ist eine super lustige Sache. Die Videos sind aufgrund ihrer Pixeligen größe zwar eher unbrauchbar, aber spannende Aufnahmen sind es doch immer wieder.

httpv://www.youtube.com/watch?v=j5dRH1G5r6k&feature=player_embedded

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Der Pro Low Light Modus ist meiner Meinung nach ungemein nützlich, da dies eines der größten Probleme mit meiner alten Casio Exilim war: Aufnahmen bei schlechtem Licht oder aber bei Nacht ohne Stativ. Hier schlägt sich die F550EXR meiner Meinung nach echt gut!

Fazit

Wer normal Fotografieren möchte, eine gute Bildqualität sucht und auch mal ganz gerne selber mit den Einstellungen spielt, bekommt hier ein super Gerät mit reichlich Zoom und allen Vorteilen des EXR Sensors. Wichtig ist nur, dass man gleich von Anfang an die Bildqualität auf 8 Megapixel reduziert um wirklich in jedem Bereich den Genuß der EXR Funktionen zu kommen. Wer das nicht tut, bekommt unglaublich große Bilder und ist möglicherweise, wie bestimmt in manchen Tests, von einigen Ergebnissen enttäuscht.

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